03.09.2010
Eine Publikation der Primus Verlag AG
 

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21.04.2009

«Pass and Fly»

Flughafen Nizza, Air France, Amadeus und IER pilotieren gemeinsam eine neue elektronische Bordkarte.

Mitglieder des Passagier-Programms des Flughafens Nizza – «Club Airport Premier» (CAP) – und des Vielfliegerprogramms von Air France können jetzt auf dem Inlands-Flug von Nizza nach Paris Orly ein neues System elektronischer Bordkarten testen: «Pass and Fly». Der Pilotbetrieb läuft seit dem 16. April bis zum 30. Oktober 2009.

Das Pilotprojekt vereinfacht die Passagier-Erkennung, das Sammeln von CAP-Punkten sowie das Boarding über die Nutzung eines Mobiltelefons mit Fähigkeit zur Near Field Communication (NFC). Es ist das erste Mal, dass NFC – eine kabellose Verbindungstechnologie für kurze Distanzen – für Flugreisen eingesetzt wird, um mobile Bordkarten zu ermöglichen.

NFC versetzt Mobiltelefone in die Lage, drahtlos mit anderen elektronischen Geräten in Verbindung zu treten. Das bedeutet, dass Passagiere erkannt werden und eine digitale Bordkarte erhalten, wenn sie ihr Mobiltelefon über ein Lesegerät ziehen, das am Flughafen aufgestellt ist.

«Pass and Fly« ist ein gemeinsames Innovations-Projekt, das vom Flughafen Nice Côte d’Azur und von Air France mit den Partnern Amadeus und IER ins Leben gerufen wurde. Amadeus hat die technischen Anwendungen für die Mobiltelefone, das Departure-Control-System und die Flughafen-Lesegeräte entwickelt, um die Informationen für den Boarding-Prozess für alle Beteiligten zugänglich zu machen. IER hat die NFC-Zellen und Lesegeräte entwickelt und zur Verfügung gestellt, die in die Infrastruktur des Flughafens integriert und mit dem Passagier-Management-System von Air France verbunden wurden. Der französische Nationalcarrier stellte die elektronischen Bordkarten bereit.

So funktioniert «Pass and Fly»
Die Reisenden checken auf einem der von Air France angebotenen Wege ein (Internet, Mobiltelefon, Selbstbedienungsautomat). Am Flughafen ist es erforderlich, ein NFC-fähiges Mobiltelefon dabei zu haben, auf dem die Vielflieger-Informationen gespeichert sind. Die NFC-Komponente ist entweder in das Handy integriert oder befindet sich auf einem Aufkleber, der mit dem Telefon kommuniziert. 

Die Reisenden können damit über die Fast Lane zur Sicherheitskontrolle gehen, indem sie das Mobiltelefon am «Pass and Fly»-Lesegerät vorbeiziehen. Dies identifiziert die Passagiere und ordnet die entsprechende Bordkarte für einen Abflug aus Nizza innerhalb der nächsten Stunden zu. Die digitale Bordkarte wird dann im IATA Format auf das Mobiltelefon geladen. Vielfliegerpunkte für das CAP-Programm des Flughafens Nizza werden automatisch gutgeschrieben, so dass die CAP-Mitglieder dafür nicht länger zu einem gesonderten Automaten zu gehen brauchen.

Im Unterschied zu Mobil-Bordkarten mit 2-D-Barcode funktioniert der Prozess auch dann, wenn die NFC-fähigen Mobiltelefone ausgeschaltet sind oder der Akku leer ist.

Während der Sicherheitskontrollen ziehen die Passagiere ihre Mobiltelefone über ein weiteres Lesegerät, das dem Sicherheitspersonal die Bordkarte zeigt, ohne dass das Mobiltelefon selbst vorgelegt werden muss. Das ermöglicht eine sofortige Kontrolle statt des bisherigen manuellen Prozesses.

Im Gate schliesslich müssen die Mitarbeiter der Airline nur die Ausweise der Reisenden prüfen. Ein NFC-Lesegerät kontrolliert die Bordkarte, druckt einen Coupon mit der Sitzplatz-Information aus und ermöglicht so ein schnelles Einsteigen.

NFC basiert auf einer kontaktfreien technischen Infrastruktur, die bereits täglich weltweit von Millionen von Menschen genutzt wird. NFC wurde für Zahlungs-Transaktionen eingeführt und kann dazu genutzt werden, beliebige Daten zwischen technischen Geräten auszutauschen – dadurch verfügt sie über ein riesiges Potenzial, in vielen anderen Bereichen eingesetzt zu werden. 

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